Lenkdrachen

Lenkdrachen

Controll Bar im EinsatzDer Siegeszug der Lenkdrachen begann 1972 mit der Entwicklung des Peter Powell-Stunters. Seitdem hat sich das Lenkdrachenfliegen zu einem echten Volkssport entwickelt. Mit der Entwicklung des Buggyfahrens, Powerkitens, Snowkitings, Kitesurfens u.a. entstanden Varianten davon. Die Modellvielfalt ist groß, beruht aber immer auf wenigen Grundprinzipien, die wir hier erläutern. Übrigens: Den Peter-Powell-Lenkdrachen gibt es längst nicht mehr, Ersatzteile dafür haben wir immer noch …

Stab-Lenkdrachen

Stab-Lenkdrachen haben ein Gerüst, an dem das Segel befestigt wird. Moderne Materialien wie Glasfiber- und Kohlefaserstäbe für dieses Gerüst haben die modernen Lenkdrachen erst möglich gemacht. Denn Abstürze lassen sich bei Lenkdrachen nicht vermeiden, ein Holzgestänge würde das kaum aushalten.
Ein Drachen mit Glasfibergestänge wird nahezu jeden Absturz schadlos überstehen. Kohlefaserstäbe und –rohre sind noch leichter und steifer als Glasfiber und das absolut beste Material für Lenkdrachengestänge. Ihre hohe Steifigkeit lässt sie aber auch beim Absturz nicht verbiegen – sie brechen leichter als Glasfiber. Absolute Anfänger sind daher mit einem Glasfibergestänge gut bedient, das ist auch preisgünstiger. Dem Anfängerstadium ist man aber schnell entwachsen, dann sollte man unbedingt zu einem Drachen mit Kohlefasergestänge greifen. Die deutlich besseren Flugeigenschaften lassen das etwas höhere Bruchrisiko leicht verschmerzen. Ein Stabbruch ist auch bei Kohlefaser selten und lässt sich reparieren – wir führen alle gängigen Stäbe als Ersatz oder als Baumaterial für Selbstbauer. Beliebt sind unsere Stäbe auch als Masten und Spieren für Modellsegelboote.

Der typische Vertreter dieser Gattung ist der Lenkdelta, also die dreieckige Form. Gesteuert wird mit 2-Leinen, zieht man rechts, fliegt er nach rechts, zieht man links, fliegt er nach links. Es gibt unzählige Varianten von ganz klein bis ganz groß, vom Einsteigermodell bis zur Profirakete. Anfänger sollten keinen sehr schnellen und extrem zugkräftigen Lenkdelta wählen, aber auch kein zu kleines Modell. Beide sind ohne Erfahrung schwierig zu fliegen. Mit dem richtigen Modell ist aber das Fliegen auch für Unerfahrene kein Problem.

Vierleiner Stabdrachen

Dieser Drachen war bei seiner Vorstellung 1989 wirklich eine Revolution. Joe Hadzicki flog mit diesem Modell in ein neues Zeitalter des

Lenkdrachenflugs. Gesteuert mit Hebelgriffen an 4 Leinen lässt sich der Anstellwinkel der linken und rechten Drachenseite unabhängig voneinander verändern.
Der Drachen kann vorwärts und rückwärts fliegen, auf der Stelle rotieren, aus jeder Stellung gestartet werden und vieles mehr. Die Flugpräzision ist unglaublich.

Mittlerweile gibt es einige wenige Drachen mit ähnlichen Flugeigenschaften, aber bis heute ist der Revolution das beste Modell in dieser Klasse geblieben. Sie müssen lange üben, bis es richtig funktioniert, aber dann sind sie der Star auf der Drachenwiese.

 

Stablose Lenkdrachen

Stablose Lenkdrachen brauchen keinerlei Gestänge. Der Wind gibt ihnen ihre Form, er wird durch Eintrittsöffnungen ins Innere des dreidimensionalen Schirms geleitet und bläst ihn auf. Dies ergibt ein aerodynamisch fast ideales Tragflächenprofil.
Er sieht dann ein bißchen aus wie eine Luftmatratze, daher der in der Szene gebräuchliche Spitzname: „Matte“. Das Packmaß ist konkurrenzlos klein, selbst große Matten passen in eine kleine Tasche. In einem Rucksack kann man die Ausrüstung für ein ganzes Wochenende transportieren.  Stäbe, die nicht vorhanden sind, können auch nicht kaputt gehen. Ein Absturz des Drachens bleibt für Unbeteiligte folgenlos. Matten bieten einen weiten Einsatzbereich vom Anfänger-Fundrachen bis zum Profi-Powerlenkdrachen für Wettbewerbszwecke im Buggysport oder beim Kitesurfen. Kleinere Grössen sind auch super für Kinder geeignet.

Zweileiner Matte

Die haben, was der Name sagt, nämlich 2 Steuerleinen. Der Start ist etwas anders, aber in der Luft verhalten sie sich wie ein Lenkdrachen mit

Gestänge. Sie sind in aller Regel für Einsteiger gut  geeignet, es gibt aber auch sehr schnelle und zugkräftige Modelle, die ein bißchen Erfahrung und Kraft erfordern. Zweileinermatten sind mittlerweile die beliebtesten Lenkdrachen.

 

Vier-Leiner Matten

Sie sind prinzipiell genauso aufgebaut wie Zweileiner-Matten, haben jedoch an der unteren Kante eine zusätzliche Waage für die sogenannten Bremsleinen. In jeder Hand hält man einen hebelartigen Griff an dem jeweils eine Hauptleine und eine Bremsleine befestigt ist. (s. Bild links)

Durch Kippen dieser Hebel kann man die Unterkante des Drachens ein wenig nach unten ziehen. Dadurch wird der Drachen auf dieser Seite langsamer und er wird sehr schnell in diese Richtung drehen. Zieht man auf beiden Seiten gleichzeitig wird die Vorwärtsbewegung verlangsamt – daher der Name „Bremse“ – und der Zug erhöht sich. Zieht man noch weiter, wird der Drachen landen.

Vierleinermatten sind die erste Wahl für alle Arten von Powerkiting – also immer dann, wenn man viel Zug haben will. Scheu braucht man nicht zu haben, Einsteigermatten sind einfach zu fliegen. Zudem ist mit der Bremse auch ein eingebautes Sicherheitssystem vorhanden. Mit Hilfe von Kite-Killern, können die Griffe einfach losgelassen werden. Der Drachen hängt dann nur noch an den Bremsleinen. Er wird sofort nahezu vollkommen drucklos und wird wenig später sanft landen. Diese eingebaute Safety ist ein großer Vorteil von Vierleinermatten.
Wem allerdings das hantieren mit Schnüren ein Graus ist, der sollte lieber einen Zweileiner nehmen, denn natürlich muß man beim Vierleiner mehr sortieren.

Drei-Leiner Matten

Dreileiner-Lenkdrachen sind eigentlich Vierleiner, bei denen die Bremsleinen aber nur für die Sicherheitsfunktion genutzt werden. Die beiden Bremswaagen am Drachen werden zu einer zusammengefasst und nur eine Leine wird nach unten geführt. Diese ist am Handgelenk des Piloten befestigt. Beim loslassen der Bar (3-Leiner werden fast immer mit Bar geliefert) wird der Lenkdrachen sofort drucklos und landet.